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WerteHilfen


Heute teile ich Gedanken zum Thema Werte. Mehr als Impuls gedacht. Mehr kernprägant und NICHT randscharf in der Bedeutung - so zumindest meine Absicht.


WerteHilfen, auch jenseits von Agilität

Commitment, Mut, Fokus, Offenheit und Respekt - fünf sehr hilfreiche Werte für die Zusammenarbeit in Teams. Wobei ich den Respekt an erster Stelle sehe, denn der kann sehr hilfreich im sozialen Miteinander sein. Und diese fünf Werte sind nicht frei gewählt. Sie sind Teil des Scrum Frameworks (hier zum Download von scrum.org). Dem wohl am bekanntesten agilen Framework. Auf die Bedeutung der Werte weisen u.a. diese Aussagen im Scrum Guide (hier zum Download von scrumguide.org) hin:

"The Scrum Team members learn and explore those values as they work with the Scrum roles, events, and artifacts." "Successful use of Scrum depends on people becoming more proficient in living these five values."

Sie sind ein fester Bestandteil des Scrum Guides und Basis für Umsetzung und „Leben“ von Scrum als Framework für die Zusammenarbeit. Sie geben Orientierung bei der Umsetzung und wenn es mal nicht ganz rund läuft bei Scrum Implementierungen. Und oft hängen die scheinbaren Hindernisse und Störungen (mal mehr, mal weniger) mit diesen Scrum Werten zusammen. Das ist jedenfalls das, was ich bei meiner Arbeit mit Teams, durch Beobachtungen und der Auseinandersetzung mit diesen Werten im Kontext von Komplexität und Agilität immer wieder erkenne. Der erfolgreiche Einsatz von Scrum ist maßgeblich vom "Leben" dieser Werte geprägt - meistens jedenfalls.

Wie die Teams die Bedeutung der Scrum Werte erforschen, in dem sie dem Scrum Framework bei ihrer Arbeit folgen, so erforsche ich diese Werte und ihre Bedeutung bei der Begleitung dieser Teams als Agile Coach. Und hier teile ich nun ein paar Gedanken dazu, die sich bei mir über die Zeit bildeten. Eine Art Forschungsergebnis. Wobei es eher als ein Arbeitsstand als ein Endergebnis zu sehen ist.


Respekt, Mut, Fokus, Offenheit und Commitment etwas näher betrachtet.

Wertehilfen für Scrum Teams

Respekt in Teams braucht es für gute Zusammenarbeit den Respekt vor der Unterschiedlichkeit - unterschiedliche Meinungen und Sichtweisen, insbesondere wenn die diametral und strittig sind. Respekt gegenüber der Person unabhängig von Zusammenarbeit und sachlichen Themen. Die Haltung und der Umgang miteinander im Sinne einer grundsätzlichen Akzeptanz der Anderen mit seinen Stärken und auch seinen Schwächen. Der Respekt vor der Sache, z.B. bei der Einarbeitung in neue Technologien und Methoden, der Sondieren und dem Probieren in der Lösungsfindung (doch sollte der Spaß nicht auf der Strecke bleiben).

Mut braucht es, um neue Wege zu gehen, insbesondere wenn der vorliegende Weg der Produktentwicklung von Ungewissheit (neue Technologien, unbeständige Märkte, unbekannte Partner) geprägt ist. Mut braucht es für Entscheidungen abseits der bestehenden Vertrauten und eingetretenen Wege. Und es braucht auch Mut zur Entscheidung sich auf den Weg einer agilen Transformation zu machen - hin zu einer neuen Führung und mehr Selbstorganisation. Und sicher braucht es Mut noch an vielen anderen hier nicht genannten Stellen, denn „Mut tut gut und ist eine Sache des Herzens“.

Fokus braucht es, gerade bei dem großen Angebot an Ablenkungen, denen wir oft ausgesetzt sind. In Scrum gibt es mit Meetings wie dem Daily Scrum. Dieses Meeting unterstützt das Team den Fokus auf der täglichen Arbeit zu behalten. Nebenbei hilft das Daily Scrum und die Visualisierung der Aufgaben am Taskboard im Team eine gemeinsame Sicht zum aktuellen Arbeitsstand zu erhalten, gibt Überblick, ermöglicht Einblick und führt manchmal auch zu fragenden Blicken im Team.

Offenheit ist ein nicht ganz einfacher Wert. Offenheit sollte immer kontextabhängig gesehen werden – ich nenne es „passend und stimmig“ oder anders gesagt: Unterscheide zwischen Offenheit (im Sinne offener Neugier) und Selbst-Offenbarung in der Kommunikation. Beispiele sind hier die offene Neugier des Scrum Teams in Sachen neue Techniken und Praktiken. Und ebenso Konflikte offen und achtsam ansprechen zu wollen (Bereitschaft) und zu können (Befähigung). Und die erzeugte Transparenz der Scrum Artefakte unterstützt die Offenheit auf der Arbeitsebene.

Commitment - Das Team in Scrum verpflichtet sich beim Sprint Planning auf die entwickelnde Funktionalität und auf das zu liefernde Ergebnis. Und die Einhaltung dieser Zusage ist ein Beitrag, Vertrauen gegenüber dem PO und anderen Stakeholdern aufzubauen. Gibt es Probleme bei der Einhaltung der Zusage kann direkte und offene Kommunikation einen Beitrag leisten, um von „außen“ gegebenes Vertrauen zu erhalten. Commitment halte ich für eine wesentliche Zutat, um Vertrauen zu schaffen. Und Vertrauen ist der Stoff, der Zusammenarbeit mit anderen erleichter. Vertrauen als Möglichkeit zur Reduktion sozialer Komplexität und Reduzierung von Transaktionskosten.